FDP-Volt-FBI-FRAKTION: Antrag auf Sachstandsbericht – Schließung der Reha-Station für suchtkranke Menschen an der LWL-Klinik Paderborn

Antrag auf Sachstandsbericht für die Sitzung des Ausschusses für Soziales, Senioren und Inklusion am 25.03.2026

Sehr geehrter Herr Erkurt,

nach Medienberichten wird die Reha-Station für suchtkranke Menschen (Entwöhnungstherapie
für Alkohol- und Medikamentenabhängige) an der LWL-Klinik Paderborn mit derzeit 17
Behandlungsplätzen geschlossen und die Behandlung künftig auf andere LWL-Standorte (u. a.
Gütersloh und Warstein) verlagert. Als Begründung werden wirtschaftliche Gründe sowie
bauliche Anforderungen der Deutschen Rentenversicherung genannt, die ohne umfangreiche
Umbauten nicht mehr erfüllbar seien. Die LWL-Klinik ist zentraler Baustein der Suchthilfe- und
Versorgungslandschaft im Kreis Paderborn.

Vor diesem Hintergrund bittet die FDP-Volt-FBI-Fraktion um Beantwortung folgender Fragen in
der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Senioren und Inklusion am 25.03.2026

1. Seit wann sind der Stadt Paderborn die konkreten Pläne zur Schließung der Reha-Station für
suchtkranke Menschen an der LWL-Klinik Paderborn bekannt und in welcher Form wurde
die Verwaltung darüber informiert?

2. Welche Auswirkungen erwartet die Verwaltung kurz-, mittel- und langfristig auf
o die Versorgung suchtkranker Menschen in der Stadt Paderborn,
o die Wartezeiten auf Entwöhnungsbehandlungen,
o die Inanspruchnahme anderer regionaler Angebote (z. B. ambulante Suchtberatung,
Sozialpsychiatrischer Dienst, Caritas-Suchtkrankenhilfe) und
o die Belastung von Notaufnahmen, Rettungsdienst sowie anderen Kliniken in der Stadt
Paderborn?

3. Welche Alternativangebote für stationäre bzw. teilstationäre Reha- und Entwöhnungsbehandlungen
stehen suchtkranken Menschen aus der Stadt Paderborn nach der
Schließung realistisch zur Verfügung (Standorte, Platzkapazitäten, Erreichbarkeit,
voraussichtliche Wartezeiten)?

4. Welche Maßnahmen plant die Verwaltung – ggf. gemeinsam mit LWL und freien Trägern –
um eine wohnortnahe, niedrigschwellige und bedarfsgerechte Versorgung suchtkranker
Menschen im Stadtgebiet Paderborn auch nach der Schließung zu sichern bzw.
auszubauen?

5. Inwieweit wurde seitens der Stadt Paderborn gegenüber dem LWL auf den Erhalt oder eine
Weiterentwicklung der Reha-Strukturen in Paderborn hingewirkt (z. B. Prüfung anderer
Trägermodelle, Kooperationen, baulicher Alternativen, Verlagerung innerhalb des
Klinikgeländes)?

6. Wie bewertet die Verwaltung die sozialen und gesundheitlichen Folgen für besonders
vulnerable Personengruppen (z. B. Menschen ohne eigenes Auto, Personen mit multiplen
psychischen Erkrankungen, wohnungslose Menschen), wenn stationäre Reha-Angebote
künftig nur in weiter entfernten Kliniken verfügbar sind?

Wir bitten um einen schriftlichen Bericht sowie eine mündliche Erläuterung in der Sitzung.

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP-Volt-FBI-Fraktion Dr. Jan Lackmann